Glanzvorstellung in Zandvoort von Patrick Wolf
Automobilsport

Glanzvorstellung in Zandvoort von Patrick Wolf

Das dritte Rennen der 24hseries.com, wurde am 30.-31.Mai 2014 im holländischen Zandvoort ausgetragen. Auf der 4307 m langen Rennstrecke in den Sanddünen des Badeortes direkt an der Küste verlangte einiges von den Fahrern. Der Eindruck täuschte nicht. „ Wie schmal ist denn diese Strecke wie sollen da die schnellen Ferraris und Mercedes SLS an uns Clio vorbeikommen?“ war die erste Einschätzung von Patrick Wolf als er die Strecke sah. Er sollte Recht haben.

Das Zeitfahren eröffnete der indische Partner, Prashanth Tharani, Im Beruf, Linienpilot einer indischen Fluggesellschaft und letztes Jahr Vizemeister im VW Polo Cup. Er legte eine gute Zeit auf den sandigen Asphalt. Ein kurzer Wechsel am Volant, es müssen alle Piloten im Zeitfahren gefahren sein, und Patrick Wolf (21, aus Hofstetten bei Elgg) stellt den Speedlover 2 Clio R3 16V Cup auf den 44. Startplatz. Eine knappe Sekunde hinter dem Speedlover 1 Porsche der den Startplatz 41 erreichte.

Den freitäglichen ersten Teil der Veranstaltung, ein Rennen über drei Stunden, übernimmt Tharani den Startstind. Es zeigt sich, dass der Speedlover Clio von der Mechanikermannschft perfekt vorbereitet wurde. Das Fahrwerk und die Slicks sind absolut perfekt auf die Verhältnisse von Zandvoort einjustiert. Tharani kann schnell einige BMW und andere Clios überholen. Beim Tankstop verlieren Sie aber wieder die gewonnenen Plätze weil der Serientank, Inhalt nur 55 Liter, nur gut 80 Minuten Platz für Benzin hat und die 100 lt befüllten Fahrzeuge die erlaubte Maximal Stindzeit von 120 Minuten ausnutzen können. Nach drei Stunden Rennzeit wird der Clio auf Rang 43 liegend, über Nacht, ins Parc ferme gestellt.
Am Samstag um 1000 Uhr dann der zweite Teil des 12 Stunden Rennen. Diesmal startet Patrick Wolf und brennt ab der ersten Runde eine Top Zeit nach der Anderen auf die Piste. In der Folge stoppen einige Code 60 Phasen den Vorwärtsdrang. Oelspuren oder auch einen Herzinfarkt im Paddock (die Aerztin musste erste Hilfe leisten und wenn die Medical Crew nicht komplett ist, darf nicht rennmässig gefahren werden) waren der Grund. Beide Piloten sind jeweils sehr flott unterwegs, die Platzierungen werden immer besser. Der Renault Clio hat absolut keine Macken
Patrick Wolf Racing oder Probleme gemacht. Nach einer Code 60 Phase musste im Bereich Tarzan Kurve bis Hugenholtzbocht eine breite Oelbinderspur gelegt werden. Ein Nissan hatte sein gesamtes Oel auf diesem Streckenabschnitt verteilt. Ein Pulk mit 6-7 Fahrzeugen kommt nun in diesen Abschnitt und Patrick Wolf wird von einem Mercedes SLS gerammt, schlicht weil genau die enge Strecke an dieser Stelle keine zwei Autos nebeneinander Platz haben. Mit einer super Reaktion gelingt es den Clio vor einem harten Einschlag in die Leitplanke aufzufangen. Seitwärtsrutschend „rasiert“ es die komplette Frontpartie ab. Retourgang rein und kehren und ab auf die Piste. Patrick merkt sofort das die mechanischen Teile, Motor, Kühler und Lenkung keinen Schaden haben. Die darauffolgende Runde bestätigt, dass der Clio problemlos konkurrenzfähig im Rennen bleiben kann. Für die letzten dreieinhalb Stunden bedeutete dies aber auch die Gefahr, das aufwirbelnde Steine den Kühler oder andere Motorenteile beschädigt werden könnten. Eine ganz andere Gefahr war dann auf der Strecke. Eine Massenkarambolage mit einem Clio, Ferrari und einer Ginette passierte unmittelbar vor der blind angefahrenen und sehr schnellen Kurve „Scheivlak“, Patrick war erster Zeuge des Zwischenfalls. Mit einer Notbremsung und einem geschickten Ausweichen gelingt es Wolf, an den arg verkeilten Fahrzeugen schadlos vorbei zu schlängeln. Nun liegt das Glück auch beim Speedlover 2 Team, mit absolut perfekt getimten Fahrerwechseln und Tankstops kann der Zeitverlust minimiert werden. Tharani fährt stabil 3-4 Sekunden langsame Rundenzeiten als Patrick. Im letzten Turn von Patrick markiert er die schnellste Clio Rundenzeit im Rennen und die zweitschnellste der Klasse A2, der Zweiliter Saugmotoren angetrieben Fahrzeuge. Diese A 2 Klasse stellte ein Dutzend Fahrzeuge an den Start.

Punkt 1900 Uhr, also nach 12 h Fahrzeit, dann die Zieldurchfahrt bei herrlichster Abendstimmung. Das Speedlover 2 Team erreichte den ausgezeichneten 24. Schlussrang in der Gesamtwertung und den 5. Platz in der A 2 Klasse. Der Porsche des Speedlover 1 Team musste schon vor einiger Zeit mit Getriebeschaden parkieren. Die Freude über das geleistet war Riesengross. Noch etwas zur Mechanikercrew. Auf dem Fahrzeug erkennt man den Schriftzug BMO, das ist eine Organisation die Jugendlichen bei persönlichen Problemen hilft und eine Gelegenheit bietet, den Wiedereinstieg in die Gesellschaft zu schaffen. Vier junge Mechaniker aus diesem Projekt haben das Auto, unter Anleitung von Alexander Thimophy, betreut und mit Ihrer beherzten und engagierten Arbeit einen wesentlichen Teil zum Gelingen des 12 H Rennen in Zandvoort beigetragen. Mechanisch war der Renault Clio R3 Cup auch diesmal wärend der gesamten Renndauer ohne Probleme unterwegs.

Die Erkenntnisse aus diesem und dem letzten Rennen beim 12H Mugello werden nun in die Vorbereitung des 24 H Barcelona fliessen.
http://live.24hseries.com/results Alle Resultate auf einen Blick

Die Statements nach dem Rennen:
Patrick Wolf (21) Speedlover 2 Pilot: „Zuerst hatte ich grossen Respekt vor dieser teilweise engen Rennstrecke. Ich gewöhnte mich aber sehr schnell daran. Mit dem Renault Clio war es absolut cool hier zu fahren. Die Mechaniker haben ein perfektes Auto hingestellt und ich konnte richtig die „Sau“ rauslassen. Die schnellste Clio Zeit im Rennen sagt alles dafür bin ich Stolz. Wenn wir bis Barcelona endlich den FIA Sicherheitstank bekommen, sieht es ganz gut aus. Ich fühle mich in diesem Auto einfach puddelwohl und kann das Fahren richtig geniessen.“

Prashanth Tharani (Indischer Teamkollege) Speedlover 2: „Ich bin Stolz auf unsere Leistung. Ich konnte sehr viel von Patrick lernen und er hat mir viele Tricks gezeigt, aber konnte noch nicht alle Tips umsetzen. Das Team, das Auto und der Teamkollege ich bin fasziniert und begeistert vom 12 H Zandvoort Rennen. Ich hoffe es klappt für das nächste Rennen in Barcelona, ich will mit diesem Team dabei sein.“
Alexander Thimothy, Chefmechaniker: „Patrick hat wieder einen Super Job gemacht. Ich hatte das erste Mal die Verantwortung für ein 12 H Rennen und wir haben immer zusammen die Taktik besprochen und es ist einfach genial aufgegangen. Patrick kann nicht nur sehr schnelle Runden fahren, er behält zu jedem Zeitpunkt des Rennen die Uebersicht undspührt was im Rennen abgeht. Seine Rundenzeiten sind ohne Schwankungen auf einem sehr hohen Level. Mit meinen Mechanikern bin ich ebenfalls sehr zufrieden.“

Roger Menghini, Teamchef aber zeitweise beim Renault Clio Euroserie in Spa im Einsatz: „Ich wusste das ich die Truppe alleine fahren lassen kann. Per Livestreaming und per SMS/Handy war ich immer bestens informiert. Die beiden Piloten haben einen perfekten Job gemacht. Schaue ich die Zeiten die Patrick gefahren ist, komme ich ins Träumen. Jetzt suchen wir noch drei Piloten die den Speed von Patrick fahren können dann sind wir für das 24 H Rennen in Barcelona perfekt aufgestellt.“

André Broost, Speedlover Teamchef: „ Patrick ist wieder sensationell gefahren. Wer mit dem Clio R3 Cup unseren Porsche 997 Cup zeitweise unter Druck setzten kann, der ist gut unterwegs. Ich freue mich auf Barcelona, das wird wieder ein tolles Rennen.“