Französischer Doppelsieg am Swiss Derby
Reitsport

Französischer Doppelsieg am Swiss Derby

Französischer Doppelsieg an der 32. Austragung des Frauenfelder Swiss Derby. Mit einem Kraftakt auf den letzten Metern setzte sich der Hengst Green Fees vor 4500 Zuschauer auf der Grossen Allmend durch. Die wichtigste Classique der Schweizer Galoppsaison liess auch das Herz der Wettfreudigen höher schlagen.

Alle Resultate unter www.rennverein.ch

Programmheft Davidoff 32. Swiss Derby mit Wetterklärungen

 

Text und Bilder von Mike Gadient

„Ein grosser Moment in meinem Leben. Das Dankeschön gilt Trainer Nicolas Clement, der die Chance zum Sieg schuf. Hervorzuheben ist die Freundlichkeit, welche uns hier in Frauenfeld begegnete.“ Diese Worte stammen vom französischen Rennpferdbesitzer Philippe Cotrel nach dem Gewinn des 32. Swiss Derby. Im klassischen Flachrennen über 2400 Meter setzte sich sein dreijähriger Hengst Green Fees vor dem Franzosen Raheb und dem Schweizer Shisun hauchdünn durch.

 

Zieleinlauf: Das Schweizer Pferd Shisun (Nr. 4) hat gegen die französische Konkurrenz das Nachsehen

 

Zunächst sah es danach aus, als ob Diakali im Besitz von Prinz Karim Aga Khan und Shisun vom Urdorfer Erfolgstrainer Miroslav Weiss den Sprint unter sich ausmachen würden. Auf der 400 Meter langen Zielgerade drehte dann der vom Franzosen Thierry Thulliez gerittene Green Fees auf und sicherte sich die Preissumme von 48‘000 Franken im Fotofinish. „Ich war mir nach der Zielüberquerung sicher, gewonnen zu haben“, erklärte Jockey Thuillez. Der 38jährige feierte in seiner bisherigen Karriere über 380 Siege und gewann alleine in Frankreich über 43 Millionen Preisgeld. Thuillez lobte die technisch anspruchsvolle Strecke und die Organisation des Frauenfelder Rennvereins.

 

Wer wettet, hat mehr vom Rennen

Das 10köpfige Teilnehmerfeld am Swiss Derby vereinte 9000 Siege. Green Fees war dabei der meistgenannte Favorit (Quote 3.80 Franken), weil er seine beiden letzten Rennen gewann und die Distanz mit Sicherheit stand. Dass schlussendlich die Marseillaise erklang, hat in Frauenfeld Tradition. Erst viermal in der Geschichte des Swiss Derby war ein Einheimischer siegreich. An diesem Umstand konnte auch Weltklasse-Jockey Lanfranco Dettori auf The Act im Besitz des Luzerner Ehepaares Lanter nichts ändern. Er enttäuschte und ritt nicht unter die Top 6.

Für das persönliche Spektakel an den insgesamt acht Pferderennen auf der Frauenfelder Allmend konnte an den Wettschaltern gesorgt werden. Die Wettvarianten Siegwette, Platzwette, Zweierwette Sieg, Zweierwette Platz und Dreierwette boten ein vielfältiges Einsatzspektrum. „Im Derby setzte ich auf den Sieg von Shisun, weil ich wusste, dass sein Vater ein erfolgreiches Rennpferd war“, begründet Zuschauer Michael Jäckle. Wettkombinationen mache er einzig bei Cross-Rennen, weil man dort mit einer gemischten Zweierwette oft richtig liege.

 

Pferdewetten sind eine Wissenschaft für sich

 

Qual der Wahl

Zahlreiche Faktoren beeinflussen, auf welches Pferd das Geld gesetzt wird. Soll aufgrund der Quote eine Platzwette getätigt werden? Der Jockey sei für die Entscheidung mindestens so wichtig wie das Pferd. Und eine Derby-Weisheit sagt: Nicht das beste Pferd gewinnt, sondern das glücklichste.

Wie schwer eine Tippabgabe ist, schildert Zuschauer Helmut Kaiser: „Leider ist die Fachzeitschrift Swiss Turf verschwunden. Denn von den französischen Startern konnte ich im Vorfeld keinen Eindruck gewinnen.“ Kaiser liess sich schliesslich von der Jockey- und Pferdevorstellung inspirieren. Faszinierend am Frauenfelder Pferde-Highlight des Jahres findet Kaiser die prickelnde Atmosphäre sowie die hochklassige Reiter- und Pferdeauswahl.

 

Volksfest Swiss Derby

 

Internationale Klasse geboten

Für den Aufschrei des Tages sorgte Aussenseiter Aruaru, der im Flachrennen über 2000 Meter von Aurélien Lemaître geritten wurde. Im „Kleinen Derby“, wie der "Grosse Preis der Stadler Rail AG" genannt wird, siegte der dreijährige Hengst im Besitz des Schweizer Stall Friendship souverän. Obwohl er sein allererstes Rennen lief.

Das Swiss Derby hat es auch in seiner 32. Austragung geschafft, die angestrebte internationale Klasse zu bieten. Der Anlass mag zwar kleiner und dezenter sein, als solche im Ausland, muss den Vergleich aber überhaupt nicht scheuen. Der nächste Höhepunkt auf der Grossen Allmend wird das Herbstmeeting am letzten Oktobersonntag darstellen.