Die wunderbare Geschichte von Jorien ter Mors
Eisschnelllauf, Sportereignisse, Olympische Winterspiele

Die wunderbare Geschichte von Jorien ter Mors

Olympia-Geschichte hatte Jorien ter Mors schon vor dem Rennen über 1500 m geschrieben, nun holt sie auch noch Gold. Die Holländerin siegt vor ihren Landsleuten Ireen Wüst und Lotte van Beek.

Der Sport schreibt immer wieder unglaubliche Geschichten, der Sieg von ter Mors über 1500 m ist eine solche. Schaut man in das Palmarès der 24-Jährigen, sieht man, dass sie die grössten Erfolge im Shorttrack gefeiert hat - an den letztjährigen Weltmeisterschaften gewann sie über 1000 m Silber. Sie liebt Shorttrack über alles, Eisschnelllauf findet sie eher langweilig. Weil es jedoch auf der langen Bahn, den ersten Wettkampf bestritt sie im Dezember 2012, von Anfang an gut klappte, setzte sie sich mit Erfolg in den Kopf, in Sotschi in beiden Disziplinen zu starten. Dies ist bei den Frauen ein Novum. Wohl auch deshalb durfte sie bei der Eröffnungsfeier die holländische Fahne tragen.

Hatte ter Mors im Shorttrack über 1500 m als Vierte das Podest noch knapp verpasst, liess sie im Eisschnelllauf die gesamte Konkurrenz hinter sich. Zudem verbesserte sie mit 1:53,51 Minuten den Olympia-Rekord der Deutschen Anni Friesinger aus dem Jahr 2002 um 51 Hundertstel. Dieser Triumph war für sie umso emotionaler, als ihr Vater im vergangenen Mai nach schwerer Krankheit gestorben war. Deshalb widmet sie alle Erfolge ihm.

Ter Mors distanzierte Wüst, die Olympiasiegerin von 2010 und dreifache Weltmeisterin auf dieser Strecke, um 58 Hundertstelsekunden. Wüst sicherte sich die dritte Medaille an diesen Winterspielen, nachdem sie über 3000 m Gold sowie über 1000 m ebenfalls Silber geholt hatte. Dennoch hinterliess die 13-fache Weltmeisterin nicht den Eindruck, als würde sie sich besonders freuen, dafür ist sie zu ehrgeizig. Van Beek machte den totalen Triumph der Holländerinnen perfekt. Es war bereits der dritte Dreifach-Sieg für das holländische Eisschnelllauf-Team in Russland - die Männer hatten über 500 und 5000 m das gleiche Kunststück geschafft. Damit hat das Königreich nun 16 von 24 Medaillen geholt, wovon fünf goldene.