Pooley und Le Bellec wieder top
Duathlon

Pooley und Le Bellec wieder top

Emma Pooley, die seit 2005 in Hausen am Albis im Kanton Zürich wohnhaft ist, und der Franzose Gaël Le Bellec gewinnen am Sonntag beim 27. Powerman Zofingen die 2015 ITU Powerman Long Distance Duathlon World Championships und verteidigen damit ihre WM-Titel erfolgreich.

Einen neuen Streckenrekord gab es diesmal keinen. Zweite wurde die Deutsche Julia Viellehner, die am Renntag ihren 30. Geburtstag feiern konnte, mit Platz 3 schaffte es die Dänin Susanne Svendsen erstmals aufs Podest. Bei den Männern schaffte es der Belgier Seppe Odeyn mit Platz 2 erstmals aufs Podest, Dritter wurde „standesgemäss“ der Däne Søren Bystrup. Über das ganze Powerman Zofingen-Wochenende gesehen nahmen über 1‘400 Athletinnen und Athleten am 27. Powerman Zofingen teil, rund 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

Emma Pooley dominierte das Frauen-Rennen über die Langdistanz von A bis Z. Die im Kanton Zürich wohnhafte Britin, die am 3. Oktober 33 Jahre alt wird, lag einzig nach den ersten 10 Laufkilometern ein paar Sekunden hinter der Deutschen Julia Viellehner. Dies vor allem auch, weil sie ihre Sonnenbrille vergessen hatte und ein paar Meter zurückrennen musste. «Ich wollte einfach mein Bestes geben und das Rennen geniessen, doch ich spürte schon einen gewissen Druck», so Pooley, die auf den letzten Laufkilometern leiden musste. «Es sieht schon ein wenig komisch aus, wenn ich laufe, doch ich wollte mich im Hinblick auf den Ironman Wales von nächster Woche auch ein wenig schonen.» Sie sei mega zufrieden, dass sie ihren Titel zu verteidigen vermochte. «Der Sieg war mir viel wichtiger als ein neuer Streckenrekord.»

Viellehner wieder Zweite
Stark gefordert wurde Pooley auf der ersten Laufstrecke von Julia Viellehner. «Auf der Velostrecke hatte ich gegen Pooley, obwohl ich mächtig Gas gab, aber keine Chance, da müsste ich noch ein paar Jahre Radtrainings machen», machte die Deutsche klar, dass sie sich bald einmal mit Platz 2 begnügen musste, den sie in Zofingen schon 2013 inne hatte. «Für mich ist dieser 2. Rang heute das beste Geschenk zu meinem 30. Geburtstag.» Erstmals in Zofingen aufs Podest schaffte es Susanne Svendsen, die zwei Wochen zuvor den Powerman Austria gewonnen hatte. «Endlich habe ich mein grosses Ziel umsetzen können, bin ich doch mein eigenes Rennen gelaufen.» Zu mehr habe es leider nicht gereicht, denn Pooley habe sie nur in den ersten Radminuten gesehen, dann nie mehr.

Viele Tiefschläge
Bei den Frauen gab es viele Tiefschläge vor dem Rennen und während der WM. Wegen einer Verletzung musste die Schwedin Eva Nyström die Woche hindurch Forfait geben. Das Schweizer Jubilee Club-Mitglied Maja Jacober erkrankte am Vortag. Martina Krähenbühl startete furios, hielt an der Spitze mit, bis sie auf der zweiten Radrunde stürzte und sich das Schlüsselbein brach. Damit schaffte es die Belperin bei einem halben Dutzend Anläufen noch nie ins Ziel. Die Gigathlon 2015-Siegerin Nina Brenn wurde hervorragende Fünfte, verlor jedoch rund zehn Minuten, weil sie von der Strecke abkam. Am Morgen früh zum Bike-Doktor wegen fehlerhaften Radbremsen musste die Laupersdörferin Petra Eggenschwiler, die danach Gas gab und tolle Sechste wurde.

Souveräner Le Bellec
Wie Pooley konnte auch Gaël Le Bellec seinen WM-Titel in Zofingen verteidigen. Der 27-jährige Franzose lag nach den ersten 10 Laufkilometern knapp hinter dem Belgier Pieter Rijnders, dem späteren Vierten. Auf der Radstrecke fuhr Le Bellec allen Konkurrenten davon und konnte auch mit einer moderaten Schluss-Laufleistung noch 4 Minuten ins Ziel retten. «Ich kam zum Spass, Sport ist mein Hobby, meine Freude, ich hatte nichts zu verlieren oder jemandem etwas zu beweisen.» Er habe sich kein Ziel gesetzt, doch es sei optimal gelaufen. «Ich hab noch Zeit und kann mich noch weiter entwickeln. » Platz 2 ging an Seppe Odeyn, der bei seiner Premiere im letzten Jahr Vierter geworden war. Der 28-jährige Belgier legte einen wahren Steigerungslauf hin und glänzte mit der besten Zeit über die letzten 30 Laufkilometer. «Ich bin sehr zufrieden und es lief mir sehr gut, Le Bellec war zu weit weg, um noch eingeholt werden zu können.» Mit über einer halben Minute Rückstand erkämpfte sich der Däne Søren Bystrup Platz 3, der er schon 2012 und 2014 inne hatte. «Normalerweise bin ich auf dem Velo besser, doch heute wollte es nicht ganz klappen, mit Bronze bin ich jedoch zufrieden.»

Mit Marc Widmer (7.) und Fabian Zehnder (10.), beide aus Wädenswil, schafften es zwei Schweizer in die Top-ten. Mike Schifferle war auf Position 7, bevor er jedoch disqualifiziert wurde. Andy Sutz gab das Rennen knapp hinter den Top-Ten liegend am Anfang der abschliessenden Laufstrecke auf.

Über 1‘400 Teilnehmer
Seit 2006 nahm die Teilnehmerzahl beim Powerman Zofingen von 700 kontinuierlich bis auf 1‘480 zu (2013). Heuer waren es in allen Kategorien (PowerKids, CHARITY, Short-/Langdistanz inklusive Staffeln) 1‘417 Teilnehmende, was einer Steigerung um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr gleichkommt. In den Jahren 2014, 2012 und 1011 hatte es je um die 1‘300 Teilnehmenden. «Damit bin ich sehr zufrieden», meinte OK-Präsident Stefan Ruf. «Vor allem über die Kurzdistanz bekommt der Duathlon-Sport immer mehr Auftrieb und auch zunehmende Teilnehmerzahlen. Über die Langdistanz hatten wir eine Top-Qualität, schade nur dass wegen vieler kurzfristiger Erkrankungen und Verletzungen nur acht Elite-Frauen am Start waren.» Das Feedback der Athleten sei allgemein ausgesprochen positiv gewesen, so Ruf. «Wir haben bisher keine einzige negative Rückmeldung erhalten.»

ITU ist sehr zufrieden
Lobende Worte gab’s für den Powerman Zofingen von John Raadschelders. «Das war ein absoluter Top-Event und die Atmosphäre war fantastisch.» Das sei genau der Grund, weshalb die AthletInnen jedes Jahr wieder nach Zofingen kommen würden. «Schon alleine das Ziel, dieses hohe Level zu halten, ist äusserst anspruchsvoll.» Der Präsident der IPA (International Powerman Associtaion) hatte das Siegerduo dann auch vor dem Rennen richtig getippt gehabt. Paul Groves, der Technische Delegierte der International Triathlon Union (ITU), schloss sich diesen Worten an. «Mit der Entscheidung, die ITU Long Distance Duathlon World Championships 2016 erneut in Zofingen auszutragen, ist bereits bewiesen, welchen Stellenwert Zofingen im Weltverband besitzt.» Groves gefiel heuer speziell die neue Streckenführung im Zielbereich.

CHARITY mit vielen Promis
Die 8. Powerman CHARITY wurde zum dritten Mal ins WM-Sonntagsprogramm integriert. Diesmal gab es eine absolute neue Rekordzahl von 191 Teilnehmern, eine fast doppelte so grosse Beteiligung wie im Vorjahr. Über die 5 Laufkilometer auf der Original-WM-Strecke starteten auch dutzende prominente Persönlichkeiten, die alle im nächsten Jahr wieder kommen wollen. Gut vertreten war die Sparte Politik mit dem Aargauer Landammann und SP-Regierungsrat Urs Hofmann, den beiden Nationalrätinnen Sylvia Flückiger-Bäni (SVP), Ruth Humbel (CVP) bis zum Zofinger Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger. «Es ist fantastisch und eine grosse Befriedigung, wenn man ins WM-Ziel einlaufen kann nach 5 beschwerlichen Kilometern», so Hans-Ruedi Hottiger, der sich im nächsten Jahr noch etwas mehr Zeit fürs Trainieren nehmen will.

Benvenuto Savoldelli, der VR-Präsident des EHC Olten und der ehemalige Handball-Nati-Star Carlos Lima kamen locker relaxt zusammen ins Ziel. «Ein toller Event, bei dem man einfach dabei sein muss», so Savoldelli, der im Hinblick auf die anstehende NLB-Saison nicht nervös ist. «Ich bin ja schon seit 20 Jahren beim EHC Olten dabei und wichtig ist, dass wir am Schluss der Saison wieder vorne platziert sind.» Es sei immer wieder ein Super-Gefühl in die Arena einzulaufen, meinte Carlos Lima, der schon zum 6. Mal an der Powerman CHARITY teilnahm. «Viele Leute hier sind gute Kollegen geworden und es ist immer schön, diese wieder zu sehen.» Seine CHARITY-Premiere feierte der Aarburger Kickboxer, Schauspieler und Regisseur Kazim Carman. «In der Regel renne ich 30 Kilometer pro Woche, doch wegen meines neuen Filmes „three sides“, der Mitte nächstes Jahr auf den Markt kommt, habe ich in den letzten Wochen eine Trainingspause eingelegt.»

Badmanns Erinnerungen
Die sechsfache Ironman Hawaii-Gewinnerin Natascha Badmann war zusammen mit ihrem Trainer und Lebenspartner Toni Hasler Ehrenstarterin bei der Powerman CHARITY. «Da kamen mir wieder sehr viele Erinnerungen hoch an meine Powerman Zofingen-Siege in den Jahren 1996 und 1997.» Die 48-jährige Küngoldingerin wird im nächsten Jahr nochmals auf Hawaii ihr WM-Glück versuchen und mindestens unter die top-35 kommen. Danach könne sie sich unter Umständen vorstellen, beim Powerman Zofingen fix mitzuwirken. «Den CHARITY-Anlass finde ich top, jede und jeder kann sein eigenes Tempo gehen», sagte es und signierte einmal mehr eines ihrer begehrten Bücher mit dem Titel «9 Stunden zum Ruhm».

Jumbo mit Mega-Aufgebot
Einen sensationell guten Job machte Jérôme Gilg, der CEO des neuen Powerman Zofingen-Hauptsponsors und CHARITY-Lauf-Partners Jumbo-Markt AG indem er 60 MitarbeiterInnen zum Mitmachen begeistern konnte. «Das ist toll, doch mit 1‘500 Angestellten haben wir noch Steigerungspotenzial.» Im nächsten Jahr würden alle, die heuer hier waren wieder kommen, denn alle seien begeistert von der einmaligen Atmosphäre. «Wir sind ja auch Sponsor der Tour de Suisse und schätzen den Powerman Zofingen als ebenso professionell organisierten Event ein», so der begeisterte Hobbysportler, der im letzten Jahr den New York-Marathon absolviert hat und nun vermehrt mit dem Velo unterwegs ist.

Check über 46‘750 Franken
«Das ist eine sensationelle Sache und der Einsatz der Jumbo-Markt AG ist kaum noch zu toppen», sagte Martin Knoblauch, der Geschäftsführer der Schweizerischen Muskelgesellschaft, der begünstigten der Powerman CHARITY mindestens in den nächsten drei Jahren. Und als Knoblauch am Sonntagabend einen Check von insgesamt 46‘750 Franken in Empfang nehmen konnte, war er restlos sprachlos. Zusammengekommen war diese Rekordsumme dank den Startgeldern, dank einer Jumbo-Spende in der Höhe von 40‘000 Franken und dank einem Zustupf des Powerman Zofingen-OK in der Höhe von 2‘500 Franken.

Mehr auf www.powerman.ch

Rangliste/results 27. Powerman Zofingen, 2015 Zofingen ITU Powerman Long Distance Duathlon World Championships (10 km Laufen/150 km Radfahren/30 km Laufen)

Männer/men:
1. Gaël Le Bellec (FRA) 6:20.36. 2. Seppe Odeyn (BEL) 6:24:59. 3. Søren Bystrup (DEN) 6:25.35. 4. Pieter Rijnders (BEL) 6:32.28. 5. Julian Lings (GBR) 6:40.10. 6. Stefan Wrzaczek (AUT) 6:41.06. 7. Marc Widmer (SUI/Wädenswil) 6:43.27. 8. Anthony Le Duey (FRA) 6:45.18. 9. Diego Van Looy (BEL) 6:46.13. 10. Fabian Zehnder (SUI/Wädenswil) 6:54.39. 11. Tony Orvain (FRA) 6:55.14. 12. Manuel Wyss (SUI/Horgen) 6:57.18. 13. Ryan Rau (USA) 6:57.55. 14. Sébastian Stalder (FRA) 7:02.46. 15. Grigoris Skoularikis (GRC) 7:13.58. 16. Michael Wetzel (GER) 7:16.25. 17. Andreas Kälin (SUI/Wollerau) 7:25.06. 18. Sebastian Retzlaff (GER) 7:27.11. 19. August Benedicto (PHI) 7:27.29. 21. Peter Mong (RSA) 8:31.35. Keine weiteren/no more!

Frauen/women:
1. Emma Pooley (GBR) 7:01.49. 2. Julia Viellehner (GER) 7:12.24. 3. Susanne Svendsen (DEN) 7:20.33. 4. Katrin Esefeld (GER) 7:29.35. 5. Nina Brenn (SUI/Flims/Waldhaus) 7:39.04. 6. Petra Eggenschwiler (SUI/Laupersdorf) 7:44.54. 7. Helene Repesse (FRA) 8:26.50. Keine weiteren/no more!

 

Short Distance, Kurzdistanz-Rennen (10 Km Laufen/running, 50 Km Velofahren/cycling, 5 Km Laufen/running):
Podest/podium Männer/men: 1. Rob Woestenborghs (BEL) 2:10.58. 2. Severin Widmer (SUI/Reiden) 2:14.20. 3. Nicolas Iten (SUI/Reiden) 02:14.50.
Weitere Resultate, siehe: services.datasport.com/2015/tri/zofingen/RANG204.HTM

Podest/podium Frauen/women: 1. Kathrin Götz (SUI/Bellach) 2:32.11. 2. Barbara Schwarz (SUI/Horgen) 2:32.53. 3. Esther Haller (SUI/Kilchberg ZH) 2:34.04.
Weitere Resultate, siehe: services.datasport.com/2015/tri/zofingen/RANG203.HTM

 

Mehr Ranglisten/more results, see/siehe:
http://services.datasport.com/2015/tri/zofingen/

alt Bildlegenden:

Nr. 1: Die Sieger der 2015 ITU Powerman Long Distance Duathlon World Championships Emma Pooley (GBR) und Gaël Le Bellec (FRA).

 

Nr. 2: Das Männer-Podest des Powerman Zofingen 2015, v.l.: Seppe Odeyn (BEL/2.), Gaël Le Bellec (FRA/1.), Søren Bystrup (DEN/3.).

Nr. 3: Das Frauen-Podest des Powerman Zofingen 2015, v.l.: Julia Viellehner (GER/2.), Emma Pooley (GBR/1.), Susanne Svendsen (DEN/3.).

 

Fr. 4: Rob Woestenborghs (BEL) gewann das Kurzdistanz-Rennen und bekam am Wochenende einen Powerman Award zum Abschied.
Nr. 5: Powerman CHARITY, Jumbo-Markt AG mit Grossaufgebot.

Nr. 6. Natascha Badmann war Powerman CHARITY-Ehrenstarterin und wurde bei der Autogrammstunde bestürmt.

 

Fotos: Fotoclub Blende 8.5 Zofingen und Raphael Galliker

 

Mehr Bilder vom 1. Wettkampftag findet man auf:

PowerKids:
https://www.flickr.com/photos/[email protected]/albums/72157655921983013
Family Contest:
https://www.flickr.com/photos/[email protected]/albums/72157655896756674
https://www.flickr.com/photos/[email protected]/albums/72157657836476200