NLA: Zu lange zu inkonsequent
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NLA: Zu lange zu inkonsequent

Der HC Rychenberg startet nach der Natipause mit einer 5:6-Niederlage gegen Uster. Zu lange kommt er nicht auf Betriebstemperaturen.

Der HC Rychenberg hat es verpasst, sich mit einem Sieg in Uster ein gutes Gefühl für die Playoffs zu holen. Am enttäuschenden Auftritt änderte auch nichts, dass Uster sehr viel mehr auf die Punkte angewiesen war. Vielmehr taten die Zürcher Oberländer insgesamt mehr für den Sieg und verdienten ihn sich mit nie nachlassendem Eifer und Feuer.

Ein Start ohne genügend Feuer
Der HC Rychenberg fand nach der Natipause wesentlich schlechter ins Derby als Kantonsrivale Uster. Während die Winterthurer rund dreissig Minuten benötigten, um den Sand einigermassen aus dem Getriebe zu bekommen und mit Verve aufzutreten, zeigte sich das Heimteam von der ersten Minute an hellwach und aggressiv. Ganz zufällig war das nicht, denn für Uster ging es um sehr viel, nämlich um die erste Playoff-Qualifikation der Vereinsgeschichte, derweil es für den HCR bloss darum ging, sich für eben jene Playoffs in Form zu spielen.

«Für uns war eine Niederlage nicht tragisch», gab HCR-Trainer Rolf Kern zu, «und das wussten halt auch die Spieler. Darum fehlte es uns leider an der nötigen Konsequenz und Leidenschaft. Dadurch verloren wir zu viele Zweikämpfe.» Es erstaunte etwas, dass es nach dem ersten Drittel 1:1 hiess. Torhüter Ruven Gruber hatte sich jedoch auf der Höhe seiner Aufgabe erwiesen und die dritte HCR-Formation mit inspiriertem Spiel für die meiste Aufregung vor Usters Tor gesorgt.

Zehn Minuten Gas gegeben
Besser wurde es aus Winterthurer Sicht erst ab Spielhälfte, beim nunmehrigen Stand von 1:3. Endlich legte der HCR mehr Energie in seine Verrichtungen, drückte dem Spiel nunmehr den Stempel auf und drängte das Heimteam fast ununterbrochen in dessen Zone zurück. «Die zweiten zehn Minuten des Mitteldrittels waren recht gut», konstatierte Kern. «Da bestimmten wir das Geschehen und liessen auch den Ball laufen. So wie ich mir das eigentlich für sechzig Minuten vorgestellt hatte.» Sein Team konnte das Resultat denn auch bis zur zweiten Pause ausgleichen.

Die gesteigerte Konsequenz hielt im Schlussdrittel nur mit Abstrichen vor. Wesentlich besser machte es da Uster. Geradezu symptomatisch für das Geschehen und des Ausgang der Partie war das im Nachhinein siegsichernde 6:4. Da pflügte Florian Niederöst wie ein Berserker durch des Gegners Reihen, warf anschliessend den Ball irgendwie Richtung Tor und traf mit seinem «Hail Mary»-Abschluss. Erst in der Schlussphase brachte der HCR diese Wucht auch aufs Parkett, mehr als der Anschlusstreffer durch Captain Nils Conrad gelang aber nicht mehr.

Strafen leiten Niederlage ein
Leider ein wesentlicher Faktor war, dass die Schiedsrichter spätestens ab dem Schlussdrittel das Augenmass verloren. So wurde beispielsweise das Spiel zweimal nicht einmal unterbrochen, als Rasmus Sundstedt von den Beinen geholt wurde, geschweige denn mit einer Strafe geahndet. Diese Unterlassungen eröffneten zuerst Uster erstklassige Möglichkeiten und brachten Mikko Hautaniemi im Nachspann so sehr in Rage, dass er zweimal für Reklamieren die Strafbank aufsuchen musste. Das Heimteam nutzte beide Überzahlspiele zu Toren, in der 43. Minute zum 4:3 und in der 52. zum 5:4.

Schiedsrichter hin oder her, letztlich muss sich der HCR an der eigenen Nase nehmen. Seine Leistung war letztlich einfach nicht gut genug für drei Punkte. Kern hatte keine Freude am Auftritt und will sein Team für die bevorstehenden letzten zwei Partien der Qualifikation anstacheln: «Es sind zwei sehr wichtige Spiele.» Nicht so sehr für die Qualifikation, aber umso mehr für die in Bälde beginnenden Playoffs.

René Bachmann (rab)

 

Resultate der 20. Runde: UHC Uster – HC Rychenberg Winterthur 6:5. SV Wiler-Ersigen – Chur Unihockey 8:3. Floorball Köniz – Grasshopper-Club Zürich 9:4. Unihockey Tigers Langnau – UHC Thun 7:3. UHC Alligator Malans – UHC Waldkich-St. Gallen 6:5. Kloten-Bülach Jets – Zug United 5:8.

Telegramm

UHC Uster – HC Rychenberg Winterthur 6:5 (1:1, 2:2, 3:2)
Sporthalle Buchholz, Uster Schiedsrichter: Fässler/Schläpfer 600 Zuschauer
Uster: Holenstein; Klauenbösch, Henriksson; Ledergerber, Bolliger; Aellig, Heierli; Hummer, Schubiger, Juhola; Suter, Nideröst, Berweger; Steiger, Kellermüller, Urner.
Rychenberg: Gruber; Conrad, Sundstedt; Aeschimann; Huser, Haag; Hautaniemi, Wöcke, Holtz; Kern, Koskelainen, Schaub; Studer, Gutknecht, Grunder, Schwerzmann.
Tore: 5. Bolliger (Nideröst) 1:0. 15. Holtz (Hautaniemi) 1:1. 21. Klauenbösch (Hummer) 2:1. 25. Ledergerber 3:1. 30. Studer (Koskelainen) 3:2. 37. Sundstedt (Koskelainen; Ausschluss Klauenbösch) 3:3. 43. Hummer (Bolliger; Ausschluss Hautaniemi) 4:3. 45. Hautaniemi (Holtz) 4:4. 52. Suter (Henriksson; Ausschluss Hautaniemi) 5:4. 56. Nideröst 6:4. 59. Conrad (Koskelainen; Rychenberg ohne Torhüter) 6:5.
Strafen: 2x2 Minuten gegen Uster (37. Klauenbösch, 43. Kellermüller), 3x2 Minuten gegen Rychenberg (37. Gutknecht, 41./52. Hautaniemi).
Bemerkungen: Rychenberg ohne Borth (auf Reisen), Baumer, Niiranen, Schwerzmann (verletzt), Weder (abwesend), Lutz und Schüpbach (Ersatz), dafür mit Aeschimann und Lutz (U21). Rychenberg mit drei, ab der 45. Minute mit zwei Linien. Bis zur 45. Minute mit Doppeleinsätzen Sundstedts neben Conrad und Aeschimann. Uster mit drei, ab der 50. Minute mit zwei Linien. 57:11 Time-out Rychenberg. Rychenberg ab 57:11 mit einem zusätzlichen Feldspieler anstelle des Torhüters. Henriksson und Studer als beste Spieler ihrer Mannschaft ausgezeichnet.