Happy Birthday EHC Bülach
Eishockey

Happy Birthday EHC Bülach

Der EHC Bülach feiert seinen 70. Geburtstag. Anlass genug, um den ehemaligen NLB-Verein zu porträtieren. Die EHCB-Bewegung kam nämlich anlässlich der Eishockey Weltmeisterschaft 1936 ins Rollen.

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Bericht von Mike Gadient und Sebastian Schumacher, EHC Bülach

Die Bülacher Geburtstagsparty bot ein Legendenspiel mit Grössen wie Felix „Fige“ Hollenstein, Marco Bührer, Ronnie Rüger, Hans Kossmann oder Urs „Ögi“ Bärtschi. Im Rahmenprogramm trat Eiskunstläuferin Sarah Meier auf. Der Fanclub des EHC Bülach war am Anlass selbstverständlich präsent und lässt via Präsidentin Sonja Husistein ausrichten: "Ich wünsche dem EHC Bülach weitere spannende Siege und hoffentlich bald ein schmuckes Eishockeystadion, das den Namen verdient." Die Fanclub-Vorsteherin nennt den Aufstieg in die Nationalliga B im Jahr 1997 als grössten Moment. "Aber auch die vielen hartumkämpften Spiele und die zahlreichen Events, die wir als Fan-Club mit der ersten Mannschaft geniessen dürfen, gehören dazu."

 

Stadt schätzt Hockeyverein

Zu den zahlreichen Gratulanten gehört auch Bülachs Stadtrat Jürg Hintermeister, der für die Geschäftsfelder Bevölkerungsdienst, Sicherheit und Sport zuständig ist. „Ich wünsche dem EHC Bülach weiterhin viel Erfolg im sportlichen Bereich, wie auch in der finanziell gesunden Vereinsführung. Dies ist in der heutigen Zeit ein hartes Stück Arbeit.“ Sportlich läuft es den Bülachern, krönten sie sich doch letzte Spielzeit zum Vizemeister. In der laufenden Qualifikation bieten die Eisbären attraktives Eishockey und befinden sich auf dem dritten Rang.

„Die Eisbären repräsentieren mit Fussball und Unihockey die grössten Segmente der Bülacher Sportler und leisten eine grosse Jugendarbeit, die wir als Stadt unterstützen und schätzen“, so der FDP-Politiker. Der EHC Bülach betreibt in Zusammenarbeit mit den Kloten Flyers eine starke Nachwuchsarbeit. Reto Pavoni, Felix Hollenstein oder Severin Blindenbacher stammen beispielsweise aus dem Nachwuchsbereich des EHC Bülach.

Jürg Hintermeister mag sich erinnern, dass er im Rahmen des Anlasses „dä schnellst Bülemer“ in einer Endausscheidung gegen Felix Hollenstein antreten musste. „Er überholte mich bereits nach der ersten Runde. Ich durfte aber doch noch an die Schweizer Meisterschaft im Eisschnelllauf nach Davos und wurde Dritter. Fige und ich lachen noch heute darüber.“

 

 

Gründungsversammlung im Herbst 1942

Im Jahre 1936 fand in Zürich und Basel die Eishockey Weltmeisterschaft statt. Die Schweizer Mannschaft, die damals ausschliesslich aus Bündner Akteuren bestand, spielte derart brillant und begeisternd, dass auch junge Bülacher sich von den Erfolgen anstecken liessen. Eine bis anhin weitgehend unbekannte Sportart wurde mit einem Schlag gesellschaftsfähig und im Neeracher Riet begannen die ersten Stock- und Puckversuche. An schulfreien Nachmittag wurden so die ersten praktischen Erfahrungen gesammelt und bereits wenig später auf dem Dolder in Zürich an den Schülermeisterschaften verbessert. Im ersten Jahr landeten die jungen Bülacher noch „unter ferner liefen“ und schieden frühzeitig aus. Doch schon im zweiten und dritten Anlauf waren Fortschritte zu erkennen. Nicht zuletzt wegen des gleichen Stock- und Kufenmaterials gelangten sie bis in den Halbfinal.

Mit diesem ersten bescheidenen Erfolg und der Motivation mehr zu leisten, beschloss man einen richtigen Club zu gründen. Im Herbst 1942 fand im Stübli des Restaurants Salmen in Bülach die Gründungsversammlung statt.

 

 

Schweizer Meister der Serie B 1949

Zuerst fanden nur Freundschaftsspiele statt, 1945 folgte dann der Eintritt in den Eishockey-Verband. In jenem Winter bestritten die Bülacher auch ihr erstes Meisterschaftsspiel in der Serie B. Die Meisterschaft wurde damals im Cup-System ausgetragen, das heisst ging ein Spiel verloren, so war die Saison gelaufen! Nach einem 5:1-Startsieg über Illnau kam in der zweiten Runde das Aus. Im zweiten Jahr war bereits nach der ersten Begegnung Endstation.

Der Winter 1948/49 entwickelte sich dann aber zum grossen Siegeszug der Bülacher. Vor 300 Zuschauern auf dem zugefrorenen Badiweiher in Embrach schickten die Einheimischen die Akademiker gleich mit 10:0 Toren nach Hause. Schliesslich erreichten sie den Final, der in Bern als Vorspiel zu Schweiz – England vor 3000 Zuschauern gegen Bümpliz über die Bühne ging und mit 4:3 zugunsten der Bülacher endete.

Das war der erste Erfolg der jungen Vereinsgeschichte. Als Schweizer Meister der Serie B kehrte das siegreiche Team in die Bezirkshauptstadt zurück, wo der Erfolg feucht-fröhlich bis in die frühen Morgenstunden gebührend gefeiert wurde. In der Serie A erreichten die ehrgeizigen Bülacher dann schnell den Titel des Regionalmeisters.

 

Aufstieg in die NLB

Im Oktober 1951 schlug dann die Sternstunde. Wiederum in Bern wurde Grindelwald mit 7:2 abgefertigt und so der Aufstieg in die Nationalliga B realisiert. Der kleine EHC Bülach war auf einmal in der zweithöchsten Spielklasse und dies nur zehn Jahre nach seiner Clubgründung. In der Folge gab es während einer langen Zeitperiode viele Höhepunkte: 1988 zum Beispiel, als im gewonnenen Aufstiegsspiel zur NLB gegen Visp 3000 Zuschauer in der Hirslen Einlass begehrten. Der Zuschauerrekord bei Heimspielen des EHC Bülach liegt bei 3400 Fans, der in einem Spiel gegen die ZSC Lions aufgestellt wurde.

Letztmals agierten die Eisbären in der Saison 97/98 in der NLB. Eine famose und bewundernswerte Leistung, die auch heute noch viel Anerkennung findet und den Grundstein für viele erfolgreiche Jahrzehnte des EHC Bülach und für eine lebendige Eishockeytradition von sieben Jahrzehnten im Zürcher Unterland legte.