Geschichte wiederholt sich: HSG Konstanz verliert wieder in letzter Sekunde gegen Hagen
Handball

Geschichte wiederholt sich: HSG Konstanz verliert wieder in letzter Sekunde gegen Hagen

Lange Führung reicht nicht zum Sieg. Heimmannschaft entschuldigt sich für Sieg, HSG hadert mit eigener Naivität.

2. Handball-Bundesliga:

VfL Eintracht Hagen – HSG Konstanz 34:33 (13:16)

 

Geschichte wiederholt sich eben doch. Wie schon im Hinspiel führte die HSG Konstanz gegen Hagen mit sechs Toren und noch mit einem knapp eineinhalb Minuten vor dem Ende, obwohl man die letzten vier Minuten in Unterzahl spielen musste. Dann kam Dominik Waldhof in buchstäblich allerletzter Sekunde und traf zum 34:33. Schlusssirene. Aus. Konstanz nach einem kuriosen Spiel wieder am Boden und mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch in der Arena am Ischeland zurückgelassen.

 

Hagens Trainer Niels Pfannenschmidt ordnete den Erfolg sodann selbst unter der Rubrik „sehr glücklich“ ein. „Auch wenn wir uns natürlich über den Sieg freuen, muss ich mich beinahe bei Gäste-Trainer Daniel Eblen und seiner Mannschaft entschuldigen“, gab er auf der Pressekonferenz unumwunden zu, während Eblen seinem Team wieder einmal eine ordentliche Leistung attestieren konnte. „Handballerisch war das wie so oft ganz gut, gerade im Angriff“, meinte der 43-Jährige. „Aber wir belohnen uns nicht dafür.“ Pfannenschmidt nickte. Es hapert bei der HSG nicht am Spielerischen, auch nicht am Kampf. Für Eblen war es ein Stück Naivität: „Wir sind teilweise noch zu grün hinter den Ohren, es fehlt das Gespür dafür, wann was zu tun ist.“

 

Dabei hatte alles so gut und vielversprechend für die Gäste begonnen. Die HSG Konstanz, ohne die verletzten Mathias Riedel und Fabian Schlaich, dafür aber mit den Talenten Samuel Wendel, Patrick Volz und Samuel Löffler im Aufgebot, spielte mit viel Tempo und sehr druckvoll nach vorne. Vor allem das Spiel über den Kreis, immer wieder von Paul Kaletsch und Tim Jud sehenswert initiiert, war beeindruckend. Alleine achtmal war Chris Berchtenbreiter im ersten Durchgang erfolgreich. Dazu waren viel Aggressivität in der Konstanzer Deckung und im Angriffsspiel sehr wenige Fehler zu notieren.

 

Paul Kaletsch traf mit dem 3:2 zur ersten Führung für die Gelb-Blauen – der Auftakt zu einer richtig starken ersten Halbzeit der Bodensee-Handballer. Konstantin Poltrum konnte einen Siebenmeter und freie Chancen entschärfen, ehe der österreichische Auswahlspieler Samuel Wendel mit einem feinen Dreher auf 5:2 erhöhte (5.). Konstanz zeigte großes Kämpferherz, angelte sich in Unterzahl in Person von Felix Krüger gar einen Wurf auf das eigene leere Tor und traf vorne vom Kreis fast nach Belieben: 11:5 durch Chris Berchtenbreiter nach 16 Minuten.

 

Hagens Trainer hatte genug gesehen, zog die Auszeit und stellte seine Mannschaft auf einigen Positionen um. Vor allem die Hereinnahme von Shooter Andreas Bornemann und Torwart Dragan Jerkovic, seines Zeichens kroatischer Ex-Nationalspieler, machten sich später positiv bemerkbar. Doch noch dominierte Konstanz. Felix Krüger hämmerte den Ball in den Winkel (12:7), Chris Berchtenbreiter versenkte einen Abpraller zum 16:11. Was passiert, wenn  die HSG Fehler produziert, bekam die junge Gästemannschaft in den letzten Minuten vor der Pause knallhart aufgezeigt: Mit blitzschnellen Gegenstößen verkürzte Hagen den Rückstand auf nur noch drei Tore. Eblen ärgerte sich: „Wir hatten in der Auszeit besprochen, dass wir mit fünf, sechs Treffern in die Pause gehen wollen und die Angriffe geduldig ausspielen, 20 Sekunden später folgt der Wurf aus dem Stand, danach gleich nochmal.“

 

In der zweiten Halbzeit bahnte sich ein ähnliches Drama wie im Hinspiel an, als schon in allerletzter Sekunde durch einen abgefälschten Wurf der K.o. hingenommen werden musste. Nach dem 20:14 vier Minuten nach dem Seitenwechsel durch Paul Kaletsch ließ Hagen mit deutlich verbesserter Defensivarbeit, einem guten Rückhalt in Dragan Jerkovov und vielen blitzschnell vorgetragenen Gegenstößen sowie schneller Mitte erst das 17:20 folgen, nach einem 5:0-Lauf auf das 24:22 der HSG sogar die Führung zum 26:24 (50.). Bei Konstanz begann, nach all den vielen bitteren Nackenschlägen und Negativerlebnissen der letzten Wochen, das große Zittern. Die Fehlerquote stieg, doch das Kämpferherz sorgte in den letzten vier Minuten für ein nochmaliges Aufbäumen. Und wie. In Unterzahl legte Konstanz nach dem 31:30 bis zum 33:32 vor. Schließlich war alles wie im Hinspiel. Weitere Konstanzer Fehler führten zu zwei Gegentoren 52 und eine Sekunde vor Schluss. 34:33. Wie im Hinspiel eine Ein-Tor-Niederlage. Die fünfte in dieser Saison.

Telegramm

VfL Eintracht Hagen – HSG Konstanz 34:33 (13:16)

 

VfL Eintracht Hagen: Mahncke, Jerkovic (Tor); Lindner, Kress (4), Tubic (2), Pröhl (1), Schneider, Fauteck (1), König, Saborowski (4), Bergner, Waldhof (3), Bornemann (7), Mestrum (12/3).

Trainer: Niels Pfannenschmidt.

 

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Konstantin Poltrum (Tor); Tom Wolf (1), Michael Oehler (1), Paul Kaletsch (9/3), Felix Krüger (1), Fabian Maier-Hasselmann (1), Felix Gäßler, Patrick Volz, Tim Jud (3), Samuel Wendel (1), Chris Berchtenbreiter (12), Maximilian Schwarz (4), Felix Klingler, Samuel Löffler.

Trainer: Daniel Eblen.

 

Zuschauer: 412in der Arena am Ischeland.

 

Schiedsrichter: Christian Kroll und Emanuel Oliver Polke.

 

Weitere Informationen unter:

www.hsgkonstanz.de