Cleveres Kreuzlingen verteidigt die Tabellenführung
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Cleveres Kreuzlingen verteidigt die Tabellenführung

Dank einem späten Treffer von Jens Strohm in der 82. Minute gewinnt der FC Kreuzlingen das Derby im Hinterthurgau gegen den FC Sirnach mit 2:1. Damit hält die Djordjevic-Elf drei Spieltage vor Schluss weiterhin alle Trümpfe für eine Promotion in den eigenen Händen.

Wie zuletzt überzeugte der FC Kreuzlingen auch in Sirnach in erster Linie mehr mit Cleverness und Effizienz als etwa einer in allen Belangen überzeugenden Spitzenleistung eines Leaders. Und für einmal mit einer tadellosen Leistung seines Torhüters Avci Orkan der die Seebuben mehrfach vor einem durchaus möglichen Gegentreffer bewahrte. So etwa in der 21. Minute, als der stark aufspielende Sirnacher Norbert Frrokaj sich bedrohlich rasant durch Kreuzlinger Abwehr dribbelte, aus spitzem Winkel aber an Avcis Fussabwehr scheiterte. Erst recht aber drei Minuten später, als wiederum Frrokay aus aussichtsreicher Position einen Freistoss an der schlecht platzierten Mauer flach ins tiefe Eck zirkelte. Doch während die ganze Sirnacher Bank bereits zum kollektiven Jubelschrei ansetzte, wischte Avci plötzlich den Ball mit generösem Einsatz weg – und als ob das noch nicht genug sei, blockierte er auch gleich noch den Nachschuss von Damian Titaro am Boden liegend. Gleich mehrfach schlugen das erst seit einer Woche tätige Trainerduo Vlado Nogic und Miro Caktas die Hände vor den Kopf, doch es sollte noch schlimmer kommen: Während die Sirnacher bei einem Kreuzlinger Angriff zu wenig energisch intervenierten, brach das Sirnacher Unheil aus heiterem Himmel über den Sportplatz Kett. Igor Bonfardin übte sich im Doppelpass mit Uwe Beran, und dann aus rund zwanzig Metern einfach Mal draufgehauen. Von der Hacke eines Sirnachers stieg der Ball immer höher und senkte sich schliesslich hinter Torhüter Radoncic zum Führungstreffer der Gäste in die Maschen (28.).

Sirnach nützt seine Chancen nicht
Teilweise zeigte der nach wie vor von Abstiegssorgen geplagte Gastgeber aber auch, warum er erst in diese Situation geraten ist. So gelang es ihm gleich nach Wiederanpfiff trotz Mithilfe der Kreuzlinger nicht, den Ball ins Netz zu versenken. Denn während die Seebuben nach einem vermeintlichen (Stürmer)Foul eines Sirnachers im eigenen Strafraum prompt den Spieltrieb einstellten, liess der Unparteiische weiterlaufen. Doch statt das Leder aus halblinker Position einzunetzen, versuchte es ein Gelb-Blauer mit roher Gewalt – entsprechend weit verfehlte das Leder sein Ziel. Auch später, als die Gastgeber mit einem zügigen Flügellauf den Ball auf den einschussbereiten Veliu legten, stolperte dieser ausgerechnet im falschen Moment über seine eigenen Füsse. Dazwischen aber rückte der Ausgleichstreffer von Ersatzspieler Cardoso die Dinge zumindest vorübergehend wieder ins rechte Licht. Nach einem der vielen kleinen Fouls an Norbert Frrokaj pfiff der Schiri einen Freistoss aus rund 18 Metern mittig zum Tor. Während die Kreuzlinger sichtlich nervös einen Knaller des Gefoulten erwarteten, lupfte Bruno Cardoso das Leder aber unerwartet und für Torhüter Avci unerreichbar ins hohe Eck. Dass der Ball noch von einem Kreuzlinger leicht abgefälscht wurde, nahmen nicht wenige Zuseher als ausgleichende Gerechtigkeit hin.

Kreuzlingen reagiert eiskalt
Lange währte die Freude allerdings beim Sirnacher Anhang nicht. Schon eine kurze Tempoverschärfung der Seebuben deckte die Schwächen der Hinterthurgauer schonungslos auf. Als bei einem Eckball die Gelb-Blauen noch in der Zuordnungsphase waren, hatte Kreuzlingen bereits eiskalt zugeschlagen. Musaj Labinot hatte den lauernden Strohm kurz angespielt, dieser verschaffte sich mit zwei Schritten den nötigen Raum und knallte das Leder präzise zwischen mehreren Spielern hindurch genau ins linke obere Eck zum abermaligen Führungstreffer (82.). Mit der ganzen Routine eines Leaders bringt der FCK den Sieg schliesslich ins trockene, während die Gastgeber nach Spieleschluss in erster Linie zu Recht mit sich selber hadern.

Nach Abpfiff zeigte sich FCK Trainer Kristijan Djordjevic erstaunlich entspannt, spricht zwar vom „erwartet schweren Spiel. Wir haben momentan natürlich auch ein Quäntchen Glück“, so der Trainer weiter, und zur Leistung der auf dem Platz meint er: „Wir springen im Moment einfach so hoch wie wir müssen, doch in einer Woche gegen Freienbach müssen wir zweifellos höher springen“. Mit dem momentanen Wettkampfglück kann der FC Kreuzlinger am kommenden Samstag aber sicher auch diese Hürde überspringen.

Telegramm

Sirnach - Kreuzlingen 1:2 (0:1).
Kett - 220 Zuschauer - SR: Eduardo Gil.
Tore: 29. Bonfardin 0:1, 72. Cardoso 1:1, 82. Strohm 1:2.
Sirnach: Radoncic; Gähwiler, Arifi, Simoes, Flück (77. Manz); Dauti (69. Cardoso), Frrokaj, Titaro (90. Durante), Vondracek, Vlaic; Veliu.
Kreuzlingen: Avci; Luca Senn, Wilhelmsen, Damian Senn (57. Misic), Zinna (90. Keller); Gimenez, Musaj Labinot, Bonfardin (84. Tütünci), Strohm, Beran; Mathys.
Verwarnungen: 24. Damian Senn (Foul), 46. Veliu (Foul), 72. Misic (Foul), 78. Manz (Halten), 83. Vondracek (Halten). Bemerkungen: Sirnach ohne: Mayer, Kryeziu (gesperrt), Oertig, Wehrli (verletzt), Horàk und Etemi (abwesend). Kreuzlingen ohne: Pentrelli, Murati (gesperrt), Radovic, Kojic und Ricciardi (verletzt).