Bittere Derbyniederlage für Kreuzlingen
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Bittere Derbyniederlage für Kreuzlingen

Dank einer überragenden ersten Halbzeit und einer Dublette von Jelid Veliu (13./24.) gewinnt der Tabellenletzte Sirnach verdientermassen das Derby mit 2:1 (2:1) gegen Kreuzlingen. Die Seebuben, die ab der 55. Minute gar in Überzahl agieren konnten, scheiterten schlussendlich an der Leidenschaft der Gastgeber.

Die Ausgangslage vor dem Anpfiff war hinreichend bekannt: Gastgeber Sirnach, das auf den letzten Platz abgerutscht war, brauchte unbedingt ein Erfolgserlebnis wollte es im Frühjahr nicht aus einer fast aussichtslosen Lage um den Klassenerhalt kämpfen müssen. Ganz anders, und wie es schien einiges komfortabler, die Situation bei den Kreuzlingern: Hier galt es in erster Linie den Anschluss an Tabellenführer Seefeld nicht zu verlieren, der nach dem gestrigen Sieg seinen Vorsprung bereits auf acht Punkte ausgebaut hatte.

Sirnach überrennt Kreuzlingen
Doch so richtig verinnerlicht hatten dies nur die Sirnacher die wie ein Formel 1 Auto aus der Box ins Spiel stürmten. Lautstark und unermüdlich angetrieben von Trainer Andreas Alder überrannten die Gastgeber die Kreuzlinger förmlich. Der Lohn für den Tabellenletzten stellte sich schnell ein. Jelid Veliu, einzige nominelle Sturmspitze der Hinterthurgauer mischte quasi im Alleingang die Kreuzlinger Hintermannschaft auf und erzielte noch vor Ablauf einer Viertelstunde mit einem präzisen Schrägschuss aus zehn Metern den Führungstreffer. Während die Seebuben verzweifelt bemüht waren ins Spiel zu finden, lagen sie bereits um eine weitere Einheit zurück. Bei einem präzisen Sirnach Zuspiel über die rechte Seite schien die Situation bereits bereinigt zu sein, hatte doch FCK Torhüter Kessler das Leder bereits zwischen den Fingern. Doch unglücklicherweise prallte dasselbe um gefühlte Zentimeter nach vorne, Veliu stand goldrichtig und staubte kaltblütig ab (24.). Der Schock beim Favoriten aus Kreuzlingen sass tief, die Verunsicherung war nun förmlich greifbar - umso mehr, als die Gastgeber keinen Millimeter vom Gaspedal gingen.

Dass die Grün-Weissen vor der Pause überhaupt nochmals in Spiel zurückfanden, war daher mehr dem Zufall zuzuschreiben. Bei einem Angriff der Seebuben machte FCS Torhüter Akin einen reichlich unmotivierten Ausflug aus seinem Kasten, FCK Mittelfeldstratege Soares lupfte den Ball ohne Mühe ins verwaiste Tor (44.).

Doppeltorschütze sieht die rote Karte
Sirnach war sichtbar gewillt, auch die zweite Halbzeit sofort in die Hand zu nehmen. Safet Etemi zog nach 48 Minuten unwiderstehlich davon und prüfte Torhüter Kessler mit einem Knaller aus 16 Metern. Just in dieser Phase leistete sich ausgerechnet Doppeltorschütze Veliu einen bösen Lapsus. Bei einem hohen Zuspiel fischte er ohne Not das Leder aus der Luft – Schiri Jerkic der die Partie tadellos leitete, blieb keine Wahl als dem bereits verwarnten Stürmer die Ampelkarte zu zeigen (55.).

Damit schöpfte Kreuzlingen plötzlich wieder Mut, drängte die Gastgeber nun immer tiefer in die eigene Platzhälfte. Doch anders als vor zwei Wochen in Mels, als die Seebuben mit zwei Toren in der Nachspielzeit noch zum vielumjubelten Ausgleich kamen, fehlte es in Sirnach doch in einiger Hinsicht. Während die Platzherren kämpften als ob der Abstieg unmittelbar bevorstünde, wirkte bei den Kreuzlingern alles zu behäbig, einfach einen Tick zu langsam. Und weil in der 89. Minute der Demir Truppe für einmal auch das Glück nicht Hold war, Verteidiger Arifi wehrte für seinen bereits geschlagenen Torhüter auf der Linie, stand der FCK am Ende mit leeren Händen da.

Hat sich damit der FCK bereits aus dem Kreis der (Aufstiegs)Favoriten verabschiedet? Eine Frage die nach Spielschluss bereits die Runde machte und zum jetzigen Zeitpunkt sicher für unnötigen Zündstoff sorgt. Sicher ist, dass Tabellenführer Seefeld mit einem komfortablen Vorsprung von sechs Punkten auf Uster, und gar deren acht auf Kreuzlingen in die Rückrunde startet. Für Kreuzlingen bleibt das Prinzip Hoffnung.

Telegramm

Sirnach - Kreuzlingen 2:1 (2:1).
Kett - 280 Zuschauer - SR - Bojan Jerkic.
Tore: 13. Veliu 1:0, 24. Veliu 2:0, 44. Soares 2:1.
Sirnach: Akin; Simoes, Arifi, Radovic, Vlaic; Manz (65. Saygilli), Vondracek, Etemi (60. Hoffmann), Oertig, Cardoso (84. Grbic); Veliu. Kreuzlingen: Kessler; Wulf, Senn (87. Cristiani), Kojic, Zinna; Beran, Wilhelmsen, Soares, Vieira (63. Ricciardi), Frrokaj; Sprenger. Verwarnungen: 29. Veliu, 32. Senn, 33. Vondracek, 44. Soares, 44. Arifi, 51. Beran.(alle Foul).
Bemerkungen: 55. Platzverweis Veliu nach 2. Verwarnung. Sirnach ohne: Aydeniz (gesperrt), Radoncic, Zeba, Kryeziu (verletzt) und Patelli (abwesend). Kreuzlingen ohne: Saliu (verletzt), Hillmann, Avci, Keller, Pentrelli (nicht im Aufgebot) und Gjidoda (Ferien).